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Katzen und andere Hobbies
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Integration

So wie ihre wilden Vorfahren leben auch unsere Heimtierratten in Rudeln zusammen. Innerhalb des Rudels gibt es eine Rangordnung, die durch Rangordnungskämpfe festgelegt wird. In der Regel ist der Verlauf dieser Kämpfe unproblematisch. Meistens bekommen die Rattenhalter diese gar nicht mit.

Ratten erkennen sich gegenseitig am Geruch.

Fremde Ratten werden nicht geduldet. Daher können einander fremde Ratten nicht einfach zusammen gesetzt werden. Sollen Ratten vergesellschaftet werden, ist dazu eine Integration notwendig. Ratten zu integrieren erfordert oft viel Zeit (mitunter  mehrere Wochen) und Geduld. Jede Integration ist anders. Wie sie verläuft, ist von mehreren Faktoren wie z.B. Geschlecht, Alter und Charakter der Ratten abhängig und im Voraus nicht absehbar. Oft ist es schwieriger adulte Männchen miteinander zu integrieren. Bei weiblichen Ratten oder bei der Zusammenführung von Weibchen und Kastraten ist die Erfolgsaussicht relativ hoch. Sehr unproblematisch ist in der Regel, Jungtiere im Alter von bis zu ca. 9 Wochen zu vergesellschaften.

Kaum eine Integration verläuft gänzlich ohne quieken, anfauchen, Fellsträuben oder "Boxkämpfe". So lange, wie es nicht zu Beißereien kommt, ist alles "im grünen Bereich". Vielleicht haben Sie die Möglichkeit einen erfahrenen Rattenhalter zu bitten, beim ersten Integrationsversuch dabei zu sein.

Es gibt kein verbindliche „Integrationsanleitung“, die in allen Fällen funktioniert. Einige allgemeine Tipps und Hinweise möchte ich hier aufführen:

  • Integrieren Sie Jungtiere erst dann mit älteren Tieren, wenn die Kleinen mindestens 10–12 Wochen alt sind. Bei Ratten gibt es keinen Welpenschutz. Fremde Baby- oder Jungratten werden nicht anders behandelt als ausgewachsene Tiere. Bei einem Jungtier, das körperlich natürlich deutlich unterlegen ist, kann ein gezielter Biss zum Tode führen. Warten Sie daher mit der Integration, bis das junge Tier ein ausreichendes „Kampfgewicht“ hat.
  • Am besten ist es, zu einem alten Tier mindestens zwei Junge zu vergesellschaften. Dadurch konzentriert sich die ältere Ratte nicht nur auf einen Neuling. Außerdem hat das Jungtier dadurch Gefährten im selben Alter mit gleichem Spieltrieb und Bewegungsdrang.
  • Der gemeinsame Freilauf der zu integrierenden Ratten soll unter ständiger Beobachtung in einem gut übersehbaren, neutralen Revier (z.B. Bad, Badewanne, Flur, Tisch, Küche etc.) stattfinden. Mit neutralem Revier ist ein Bereich in Ihrer Wohnung gemeint, in dem die Ratten üblicherweise keinen Auslauf haben und ihnen somit unbekannt ist. Hier sind auch die "Altratten" unsicher und leben nicht die Dominanz wie in einem bekannten Revier aus.
  • Streitereien sind normal. Trennen Sie daher die Ratten, die ihre Rangordnung ausmachen müssen, nicht zu früh vor einander. Sie müssen Gelegenheit haben auf natürlichem Wege eine Rangordnung festzulegen.
  • Bei blutigen Beißereien muss eine Trennung sofort erfolgen. Gut ist es, wenn Sie für diese Fälle z.B. Schutzhandschuhe bereithalten, mit denen Sie kämpfende Tiere trennen können ohne selbst gebissen zu werden.
  • In einigen Fällen hat sich als günstig erwiesen, nach 5-7 Tagen einen Käfigtausch vorzunehmen, d.h. das alte Tier in den neuen Käfig setzten und umgekehrt. Dadurch gleichen sich die Eigengerüche der beiden Rattengruppen an.
  • Wenn die Tiere im Freilauf harmonieren, können Sie die Ratten zusammen in einen Käfig setzen.
  • Optimal ist es, wenn die Tiere einen neuen, ihnen unbekannten Käfig beziehen. Wenn dies nicht möglich ist, sollte der vorhandene Käfig sehr gut gereinigten und die Einrichtung umgestaltet werden.
  • Vorsichtshalber sollten, wenn Jungtiere integriert wurden, Fluchtlöcher und –höhlen, durch die nur die kleine Ratten passen einbaut werden.
  • Insbesondere die ersten Stunden in einem gemeinsamen Käfig sollten von Ihnen gut beobachtet werden, so dass die Ratten bei heftigen Streitigkeiten wieder getrennt werden können.
  • Bei männlichen Ratten sollte Sie NOTFALLS, wenn alle anderen Bemühungen vergebens waren, über eine Kastration der Tiere nachdenken.
  • Leider kommt es trotz alle Integrationsbemühung gelegentlich vor, dass sich einzelne Ratten nicht „riechen können“ und eine Vergesellschaftung gänzlich fehlschlägt. Kalkulieren Sie immer das Risiko ein, dass mehrere Rudel gehalten werden müssen. 

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